TENS

Die Transcutane Elektrische Nerven Stimulation bedeutet die Applikation elektrischer Impulse, die durch die Haut auf die Nerven einwirken, um die Schmerzen zu vermeiden oder zu lindern. Die erste Behandlung mit "elektrischen" Strömen datiert aus der Zeit der Ägypter ca 2500 v Chr. - hier wurde, laut Überlieferung, der elektrische Zitterwels im Nil zur Linderung von Schmerzzuständen bei Nervenschmerzen aufgelegt. Bereits im 19.Jhd. wurde dann wirklicher elektrischer Strom für die Kurzzeitanalgesie eingesetzt(Oliver, 1850). Mit den 1965 erschienen Publikationen von Melzak und Wall(1965) speziell über die Gate-Control Theorie, wurde dann abermals das Interesse zur elektrischen Analgesie geweckt. Es handelt sich da bei um eine Stimulationsanalgesie die erstmals 1967 in USA und seit 1974 in Deutschland angewendet wird. Gegenüber anderen elektrotherapeutischen Verfahren zeichnet es sich besonders durch seine breite Anwendbarkeit und durch die intensivere Patientennahe und therapeutenunabhängige Anwendungsmöglichkeit in häuslichen Milieu, aus.

Schmerzhemmung durch TENS:

Die Schmerzbearbeitung im Körper wird im ersten Schritt auf Rückenmarksebene in jeweiligen "Schmerzsegment" durchgeführt. Dabei stehen bestimmte Hemmechanismen unter Einfluß von starken zentralen Einflüssen, über die absteigenden Bahnen. Diese körpereigene Schmerzhemmung wird über bestimmte Überträgerstoffe, den Neurotransmittern, weitergeleitet. Sind diese Überträgerstoffe in den verschiedene Synapsen nicht ausreichend vorhanden, oder werden sie an bestimmten Stellen gehindert Ihre Information weiterzuleiten, so kann die körpereigene Schmerzhemmung nicht mehr wirken, dies kann chronische Schmerzzustände zur Folge haben. Die Anregung der körpereigenen schmerzhemmenden Systeme kann durch passive, periphere oder zentrale Stimulation erfolgen. Mittels kleiner Elektroden, die an bestimmten genau definierten Stellen über der Haut angebracht werden, werden über eine bestimmt Dauer über Reizstromimpulse, eine Stimulation mit einer definierten Frequenz und definierter Impulsfrequenz, körpereigene schmerzhemmende Mechanismen aktiviert. (Beta-Endorphin-Ausschüttung). Ein weitere Wirkmechanismus lässt sich durch den oben genannte Gate Control Effekt erklären, wobei der Nervenstimulator - die TENS Impulse, die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn hemmt.

Das TENS Gerät:

Die Anzahl der auf dem Markt befindlichen TENS Geräte nimmt ständig zu. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Ausstattung , Ihr Aussehen und ihren Preis. Die von mir verwendeten Geräte sind von mir so ausgewählt, dass sie auf die individuellen Bedürfnisse meiner Patienten und Patientinnen eingerichtet werden können. Für die TENS Behandlung ist ein Pulsgenerator notwendig. Über die vorhanden Elektroden( 2 oder 4 Klebeelektroden)werden die Nervenendigungen über Rezeptoren in der Haut oder über die Fasern eines oberflächennah verlaufenden Nerven, gereizt. Die Erregung entsteht im allgemeinen unter der Kathode (-). Für jeden Nervenfasertyp gibt es eine bestimmtes Verhältnis zwischen Stromstärke und Stromdauer, Impulsbreite, Impulsfrequenz und Impulsform. Diese Parameter sind entscheidend für das Faserspektrum, welches erregt werden soll. Die handelsübliche verwendbaren TENS Geräte können zur hochfrequenten konventionellen Stimulation, (50-100 Hz), Einzelimpulstimulation mit langsamer Frequenz (1-4 Hz) und Burst-Impulsstimulation (Impulszüge las Kombination beider vorgenannter Verfahren-kontinuierliche Frequenz von 70 Hz im Rhythmus von 3Hz)).

Indikationen der TENS Therapie:

Rückenschmerzen

  • diffuse Wirbelsäulenprobleme
  • segmentale Schmerzwahrnehmung
  • pseudoradikuläre Schmerzen
  • myofasziale Schmerzsyndrome
Gelenkschmerzen
  • traumatisch
  • degenrativ
  • sytemisch
Nervenschmerzen
  • Neuralgien
  • übertragener Schmerz
  • Stumpf - und Phantomschmerz
Durchblutungsstörungen
  • venös
  • arteriell
  • sympatische Reflexdystrophie
  • chronische Geschwüre
Kopfschmerzen
  • Zervikalsyndrom
  • Spannungskopfschmerz
  • Migräne

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